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Von ganzem (Sportler-)herzen

Von ganzem (Sportler-)herzen

Die Abteilung Kinderturnen des ATG Tröstau e. V. aus dem Fichtelgebirge sammelte 6.000 Euro für die Erlanger Kinderonkologie – ein junges Mitglied ist dort in Behandlung

Balancieren, Klettern, spielerische Bewegung – das steht beim Kinderturnen des ATG Tröstau e. V. eigentlich im Mittelpunkt. Doch vor neun Monaten erkrankte der damals vierjährige Friedrich, ein Mitglied der Turngruppe, an Krebs. Für die Trainerinnen Theresa Rogler und Miriam Wunderlich war sofort klar: „Wir möchten zeigen, dass wir an die Familie denken. Und dass Friedrich weiterhin ein Teil vom Kinderturnen ist, auch wenn er aktuell nicht mitmachen kann.“ Deshalb sollte die Hälfte des Erlöses vom Weihnachtsturnen an die Kinderonkologie der Kinder- und Jugendklinik des Uniklinikums Erlangen gehen, wo der Junge aktuell in Behandlung ist. Gemeinsam mit dem Vorstand des ATG Tröstau e. V. reifte schließlich der Entschluss die Hilfsaktion fortzuführen: Der Verein startete eine GoFundMe-Kampagne, über die insgesamt 6.000 Euro gesammelt wurden. „Wir waren überwältigt von der Resonanz und der Hilfsbereitschaft – ein herzliches Dankeschön an alle Spenderinnen und Spender“, betonte Theresa Rogler. Die Trainerinnen übergaben nun den symbolischen Spendenscheck an Prof. Dr. Markus Metzler, Leiter der Kinderonkologie – und zwar gemeinsam mit dem kleinen Friedrich, der für seine letzte Chemotherapie vor Ort war.

Das Geld kommt dem Bereich „Bewegung und Ernährung“ zugute. „Sport ist die beste Prävention. Mit dem Kinderturnen tun Sie also ohnehin schon sehr viel für die Gesundheit junger Menschen. Umso schöner, dass Sie unsere Patientinnen und Patienten mit dieser großartigen Aktion zusätzlich unterstützen“, bedankte sich Prof. Metzler. 

Bis vor etwa zehn Jahren hieß es: Kranke brauchen Bettruhe. Doch dass Sport und Bewegung positive Effekte haben – etwa gegen Abgeschlagenheit, Übelkeit und andere Nebenwirkungen einer Chemotherapie –, ist inzwischen durch wissenschaftliche Studien bewiesen. Auch in der Erlanger Kinderonkologie gibt es einen Sportraum, den die jungen Patientinnen und Patienten nutzen können – sowohl allein als auch in Begleitung einer Sporttherapeutin oder eines Sporttherapeuten. Finanziert wird dieses Angebot ausschließlich über Spendengelder, da die Krankenkassen die Kosten nach wie vor nicht übernehmen.

„Kindermedizin besteht nicht nur aus Hightech, sondern vor allem aus viel Zeit und Zuwendung“, betonte Prof. Metzler. „Spenden wie diese ermöglichen, dass die Station für die Kinder nicht nur ein Ort für Behandlungen ist, sondern zu einem Zuhause auf Zeit werden kann.“ Auch der kleine Friedrich zeigte sich begeistert vom Sportraum: Laufband, Tennis, Hindernisparcours – alles wurde ausgetestet. Als Prof. Metzler ihn fragte, ob er nach der Behandlung auch wieder zum Kinderturnen gehen möchte, antwortete er freudig: „Ja!“

Weitere Informationen: 

Prof. Dr. Markus Metzler
09131 85-33731
markus.metzler(at)uk-erlangen.de