Hämatopoetische Stammzelltransplantation (HSZT) und Zelltherapie
In der HSZT-Einheit werden Kinder und Jugendliche behandelt, die aufgrund ihrer Erkrankung eine Knochenmark- bzw. Blutstammzelltransplantation benötigen.
Je nach Erkrankung und Therapieempfehlung kann es sich dabei um die Übertragung von eigenen Stammzellen (autologe Transplantation) oder von denen eines Fremdspenders (allogene Transplantation) handeln.
Im Vorfeld erfolgt eine angepasste, meist sehr intensive Vorbehandlung (sogenannte Konditionierung bzw. Hochdosischemotherapie), die das Immunsystem der Kinder und Jugendlichen sehr schwächt. Während des stationären Aufenthaltes werden daher die Patienten sehr intensiv überwacht und ggf. in einem speziellen Isolationszimmer untergebracht. Die darin eingebaute Luftfilteranlage und weitere hygienische Maßnahmen sollen das Risiko von Infektionen minimieren.
Der Durchschnittsaufenthalt in der HSZT-Einheit beträgt etwa 4 bis 6 Wochen. In dieser Zeit werden die Kinder und Jugendlichen intensiv von ärztlichem Fachpersonal, examiniertem Pflegepersonal, Psychologen und Physio- sowie Sporttherapeuten betreut. Ebenso sorgen die Erzieherinnen und Sozialpädagogen für einen abwechslungsreichen Tagesablauf. Das interdisziplinäre Team ist jederzeit für Fragen oder Wünsche offen.
Zusätzlich führen wir auf unserer Station weitere Zelltherapien durch - so z. B. die Vergabe von Spenderlymphozyten (DLI) oder auch CAR-T-Zelltherapien.
Bei der CAR-T-Zelltherapie werden bestimmte patienteneigene Immunzellen, die T-Zellen, zunächst aus dem Blut gesammelt. Diese Zellen werden im Reinraumlabor mit einem neuen Oberflächenrezeptor (einem neuen „Schlüssel“ = chimärer Antigenrezeptor - CAR) ausgestattet und dann der Patientin bzw. dem Patienten wieder vergeben, nachdem eine relativ milde Chemotherapie verabreicht wurde. Diese CAR-T-Zellen können dann im Körper Zellen erkennen und zerstören, die vorab vom Immunsystem nur unzureichend erkannt bzw. toleriert worden sind.
Wir führen CAR-T-Zelltherapien z. B. bei rezidivierten oder sehr schwer behandelbaren Leukämie- oder Lymphomformen durch. Auch für manche unkontrollierten Autoimmunerkrankungen (z. B. SLE) kann die CAR-T-Zelltherapie eine Behandlungsmöglichkeit darstellen.
Sollte eine Stammzelltransplantation oder andere Zelltherapie notwendig werden, so erfolgen vorab mit den Patienten und deren Eltern detaillierte Gespräche sowohl von ärztlicher als auch pflegerischer Seite zum Ablauf und den Besonderheiten auf unserer Einheit.
Kontakt
Unser Team
Prof. Dr. med. Markus Metzler
Stellvertretender Klinikdirektor, Leiter der Pädiatrischen Onkologie und Hämatologie
Telefon: 09131 85-33731 (Kinderonkologie) 09131 85-39287 (Stellv. Direktor) -48004 (Stellv. Direktor)
E-Mail: markus.metzler(at)uk-erlangen.de
Dr. med. Nora Naumann-Bartsch
Oberärztin Abteilung Hämatologie und Onkologie, Leitung Knochenmark-/Blutstammzelltransplantation
E-Mail: nora.naumann(at)uk-erlangen.de
Maresa Siebert
Pflegerische Leitung der onkologischen Abteilung
Telefon: 09131 85-33784
E-Mail: maresa.siebert(at)uk-erlangen.de
Katrin Finck
Stellv. pflegerische Leitung der onkologischen Abteilung
Telefon: 09131 85-33784
E-Mail: katrin.finck(at)uk-erlangen.de



